Tote Bäume
Station: Tote Bäume In Wirtschaftswäldern hat die Holznutzung einen hohen Stellenwert. Alte Bäume werden deshalb in der Regel genutzt, bevor sie absterben. In Urwäldern dagegen bleiben sie an Ort und Stelle, sterben ab und zersetzen sich.
Aufgrund des inzwischen stark rückläufigen Brennholzbedarfs und wirtschaftlich nicht mehr nutzbarer Holzsortimente verbleiben heute wieder größere Mengen Rest- oder Totholz im Wald. Das ist vor allem beim Auslichten anfallendes, schwächeres Material. Wenn man heute jedoch von der hohen ökologischen Bedeutung von Totholz spricht, dann meint man noch stehende, sterbende oder tote Bäume. Forstleute lassen sie gern stehen, wenn sie nicht gerade die Sicherheit von Waldbesuchern und Verkehr gefährden oder das Risiko durch Waldschädlinge erhöhen.

Alte und zerfallende Bäume beherbergen vielfältige, mit fortschreitendem Zerfall wechselnde Lebensgemeinschaften. Sie bieten zum einen mit ihren noch lebenden Teilen des Blatt- und Astwerkes, des Stammes und Wurzelraumes vielen pflanzenfressenden Tieren Nahrung und Entwicklungsraum, zum anderen werden die abgestorbenen Teile von zum Teil nur hier vorkommenden rinden-, holz- oder moderfressenden Wirbellosen sowie von Pilzen und Flechten genutzt.
In den durch Blitzschlag, Fäule oder Spechthiebe entstandenen Spalten und Höhlen wohnen Fledermäuse, Bilche, Marder, Hornissen und anderes mehr.
Als Beispiel sei hier eine zerfallende Alteiche als Lebensraum dargestellt.

 1. Rindenbewohnende Moose und Flechten.
2. Aushöhlung durch früheren Befall von Eichenbock, Weidenbohrer u. a., nachfolgend holzzersetzende Pilze, jetzt Unterschlupf für Baummarder
und andere Tiere
3. Siebartig durchlöcherte Rinde durch scheckigen Bockkäfer, der holzzerstörenden Pilzen folgt.
4. Raupe des Eichenglasschwärmers unter der Rinde des absterbenden Stammteiles.
5. Ausgefaultes, von Spechten erweitertes Astloch, lange Jahre Nistplatz des Waldkauzes, später Wochenstube der Fransenfledermaus und Winterquartier des Abendseglers.
6. Rindentasche und Faulkeil als Wochenstube des Siebenschläfers.
7. Einflugloch zu einem Hornissennest im ausgefaulten Stamminneren.
8. In trockenen, besonnten Totästen nisten solitäre Wildbienen und Holzwespen.
9. Im Holzmulm des modernden, abgebrochenen Stammstückes Hirschkäferlarven.